3. Umweltfreundliche Mobilität

3.1 Ziele für den Individualverkehr

Nicht nur wegen der klimatischen und gesundheitlichen Folgen (z.B. Feinstaubbelastung, Lärm), sondern auch wegen der demografischen Entwicklung müssen der ÖPNV und kostensparende Verkehrsprojekte Vorfahrt bekommen bei den kommunalen Zukunftsinvestitionen. Zu Fuß gehen und Rad fahren sind die wichtigsten Mittel in der innerörtlichen Mobilität.

 

Das Verkehrskonzept von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN trägt aktiv zum Klimaschutz und zur Gesundheitsfürsorge bei.

 

  • Das Fahrradwegenetz soll weiter ausgebaut und Sicherheitslücken geschlossen werden (z.B. vom Bahnhof zur Steinbogenstraße).

 

  • Carsharing in Memmingen soll ein attraktives Angebot werden. Wo möglich, sollte die Stadt dies z.B. durch Bereitstellung eines Stellplatzes in der Innenstadt unterstützen.

 

  • BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN wollen auch weiterhin keine Unterstützung des Flughafens durch die Stadt. Die Wirtschaftlichkeit muss durch den Allgäu-Airport selbst erarbeitet werden, nicht durch Kostenübernahme der Kommunen. Zudem soll sich die Stadt dafür einsetzen, dass die Nachtflugzeiten nicht ausgedehnt werden.

 

3.2 Weiterentwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV)

Der ÖPNV ist für BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN eine Herzensangelegenheit. In Memmingen führt er ein eher unscheinbares Dasein. Verbesserungswürdig ist insbesondere die mangelnde Integration der vorhandenen Angebote - Regionalzüge einerseits und Buslinien unterschiedlicher Unternehmer andererseits. Wer am Memminger Bahnhof vom Bus auf die Bahn umsteigt, braucht dafür derzeit zwei getrennte Fahrkarten. Besonders kostspielig ist das für Berufspendler, die für zwei Jahres-, Monatskarten oder Abonnements tief in die Tasche greifen müssen. Diese Situation gibt es deutschlandweit nur noch an wenigen Stellen - nahezu flächendeckend sorgen sogenannte Verkehrsverbünde dafür, dass es auf lokaler Ebene ein einheitliches Preissystem für den gesamten ÖPNV gibt.

 

In einem Verkehrsverbund können im gesamten Bereich alle Bahnen und Busse mit einem Ticket benutzt werden. Der Geltungsbereich ist meist unterteilt in Zonen. Viele kennen Verkehrsverbünde durch Ausflüge in größere Städte. Bequem und flexibel lassen sich mit einem Wochen- oder Tagesticket U-Bahn, S-Bahn, Tram und Bus nutzen.

 

Völlig selbstverständlich steigen Touristen wie Einheimische mit ihrem Fahrschein zwischen Bahnen und Bussen unterschiedlicher Verkehrsunternehmen um. Ein Ausflug mit dem Bayern-Ticket nach München zeigt es deutlich: Es ist einfach komfortabel und kundenfreundlich, wenn das „Bahnticket“ ohne Zusatzkosten auch im Stadtverkehr gilt.

 

Auch im näheren Umfeld von Memmingen haben sich Verkehrsverbünde etabliert: In den Landkreisen Neu-Ulm, Biberach und Ravensburg sind die Fahrgäste es seit vielen Jahren gewohnt, beim Umsteigen zwischen Bus und Bahn kein neues Ticket lösen zu müssen. Zudem bieten Verkehrsverbünde eine Vielzahl attraktiver Ticketangebote und Semestertickets nahegelegener Hochschulen und spezielle Fahrscheine für Senioren, Pendler, Touristen und Studenten, sowohl für Alleinreisende als auch für Kleingruppen.

 

Verkehrsverbünde bieten abgestimmte Fahrpläne und einheitliche, übersichtliche Fahrplaninformationen an allen Haltestellen. Fahrzeiten werden mit den Anschlüssen der anderen beteiligten Verkehrsunternehmen abgestimmt. Des Weiteren sorgen Kombitickets dafür, dass Eintrittskarten für Veranstaltungen pauschal die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln beinhalten. Ein Verkehrsverbund betreibt außerdem Marketing und schafft damit auch eine Lobby für den lokalen ÖPNV.

 

 

 

  • BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN streben den Anschluss an den erfolgreichen Verkehrsverbund DING (Donau-Iller Nahverkehrsgesellschaft) an. Dieser umfasst derzeit Ulm und sein Umland und reicht von Kellmünz bis fast vor unsere Haustür. Damit würden die beschriebenen Vorteile eines Verkehrsverbundes nicht nur für Memmingen und sein Umland, sondern bis Ulm und noch weit darüber hinaus gelten.

 

  • Der Memminger Busverkehr muss verbessert werden. Regelmäßig wiederkehrende und damit leicht merkbare Abfahrtsminuten an allen Haltestellen, eine durchgehende 30- oder 60-Minuten-Taktung, längere Betriebszeiten am Abend und am Wochenende sowie die vollwertige Anbindung von Stadtgebieten, die bislang nicht oder kaum von Bussen angefahren werden (z.B. das Gewerbegebiet Nord oder Eisenburg) sollen zum Kennzeichen des künftigen Memminger Stadtverkehrs werden.

 

  • Das Anrufsammeltaxi, für Fahrten außerhalb des regulären Busfahrplans, soll besser bekannt und einfacher zugänglich gemacht werden.

 

  • Die Planungen zur Einführung der Regio-S-Bahn Donau-Iller müssen konstruktiv begleitet werden. Memmingen könnte mit zwei Linien an das künftige Netz angeschlossen werden. Geplant sind neue attraktive Haltestellen in unserer Nähe (z.B. Buxheim, Pless, Heimertingen) und auf Memminger Stadtgebiet in Amendingen und am Klinikum. Damit diese neuen Haltepunkte Realität werden können, ist ein entsprechendes kommunales Engagement notwendig.
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  • Dringend benötigt wird eine elektronische Anzeigentafel am Bahnhofsvorplatz mit Angaben der nächsten Busabfahrtszeiten und des jeweiligen Bahnsteigs. So können sich auch Neu- oder Gelegenheitsfahrgäste besser orientieren.